Das Postdoktorandenprogramm Rechtskulturen: Konfrontationen jenseits des Vergleichs ist als Initiative des Forschungsverbundes Recht im Kontext als eines von zunächst drei Projekten am Forum Transregionale Studien angesiedelt und wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin finanziert.
Anliegen des von Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer und Prof. Dr. Christoph Möllers (beide Humboldt-Universität zu Berlin) getragenen, von Alexandra Kemmerer (Wissenschaftskolleg zu Berlin) koordinierten Postdoktorandenprogramms ist die Herausbildung eines Netzwerks rechtskultureller Forschung, das systematische und regionalwissenschaftliche Herangehensweisen integriert.
Vom akademischen Jahr 2011/2012 an verfolgen pro Jahr sieben Stipendiatinnen und Stipendiaten in der frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Laufbahn als Rechtskulturen Fellows in Berlin ihre je individuellen Forschungsprojekte. Dabei sind die Rechtskulturen Fellows jeweils (auch räumlich) an eine Berliner Institution angebunden und in den jeweiligen Forschungskontext integriert sein.
Die Wissenschaftslandschaft Berlins, aber auch die Präsenz des rechtspolitischen Tagesgeschäfts und die vielfältigen Aktivitäten privater Stiftungen, Kultureinrichtungen und kulturpolitischer Initiativen bieten Anregungen für kontextsensible Forschungen im Feld des Rechts. Hier finden die Stipendiatinnen und Stipendiaten Institutionen vor, die seit langem Expertise in der Erforschung des Rechts, seiner gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontexte und der vielfältigen Zusammenhänge und Verflechtungen zwischen beidem entwickelt und verfestigt haben.
Rechtskulturen richtet sich vor allem an Forschende, die – unabhängig von ihrem wissenschaftsdisziplinären Hintergrund – thematisch von Diskursen geprägt sind, die in Kontexten deutschsprachiger Rechtswissenschaft bislang unterrepräsentiert blieben. Dementsprechend besteht der Wunsch, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Weltregionen und Forschungszusammenhängen jenseits der überkommenen europäisch-nordamerikanischen Diskussionskontexte in Berlin zusammenzuführen. Beabsichtigt ist die Etablierung eines interdisziplinären Lernraums zur Herausbildung diverser, partiell ineinandergreifender und vielfältig vernetzter ,,Lerngemeinschaften“. Hier sind im alltäglichen Lebens- und Arbeitsumfeld beständig „Übersetzungsleistungen“ sprachlicher und (rechts-)kultureller Art zu erbringen, die Herausforderungen multikultureller und diversifizierter Räume an Wissenschaft und Gesellschaft implizit als Fragestellung präsent halten.

